Stegreifspiel oder Stegreiftheater. Der Begriff taucht im pädagogischen Feld
im Zusammenhang mit spontanem Spiel auf. Praktisch aus dem "Nichts" heraus
wird gespielt und dargestellt. Insbesonders das Scharadenspiel ist hier
anzusiedeln, aber auch alle anderen wenig, oder unstrukturierten Spielformen.
Das Stegreiftheater der mittelalterlichen Gesellschaft beschrieb eine frühe
Form des Improvisationstheaters. Umherziehende Schauspieltruppen spielten auf
öffentlichen Plätzen zur Unterhaltung ihres Publikums aus dem Stegreif Stücke
und Szenen, die nicht selten lokale Ereignisse und Personen aufgriffen.
Der Begriff wurde zum Fachbegriff im psychoanalytischen und therapeutischen
Feld. Er entstammt der Psychdrama- Praxis von Moreno, der in den 20er Jahren
seinem Hauptwerk den Titel "Stegreiftheater" gegeben hat. Es
geht dabei um spontane Gefühls- und Gedankenäußerungen, die sich in bestimmten
Rollenkonstellationen einstellen. Dabei geht es immer darum in Rollen zu
handeln und aus diesen heraus sich die Einsicht in eigene Strukturen oder für
Strategien zur Verhaltensänderung zu erwerben. der Begriff ist eng gekoppelt
mit dem Begriff der Rolle und des Rollenspiels.
Die Methoden des Stegreiftheaters finden sich heute auch in
der systemischen Thearpie, insbesonders in G. Hellingers
Familienaufstellungen.
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